Laut Studie: Lange Trauer beschleunigt den Tod
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Foto: Adobe Stock/New Africa
Wer trauert, spürt nicht nur starke psychische, sondern auch körperliche Leiden. Hält der Zustand länger an, kann das gravierende Folgen haben.
Menschen, die in einer anhaltenden und intensiven Trauer verharren, haben eine 88 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahrzehnts zu versterben. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie aus Dänemark, die kürzlich in der Fachzeitschrift Frontiers in Public Health veröffentlicht wurde.
Forscher ermittelten fünf Verlaufsgruppen - gravierende Unterschiede
Über einen Zeitraum von zehn Jahren untersuchte das Forscherteam mehr als 1.700 in Dänemark lebende Frauen und Männer im Durchschnittsalter von 62 Jahren, die zuvor einen nahen Angehörigen verloren hatten. Innerhalb der Studie teilten die Forscher die Probanden in fünf Verlaufsgruppen ein:
| Gruppe | Trauerverlauf | Anteil |
| 1 | Niedriger Verlauf | 38 Prozent |
| 2 | Moderater, aber abnehmender Verlauf | 29 Prozent |
| 3 | Hoher, aber abnehmender Verlauf | 18 Prozent |
| 4 | Spät einsetzend | 9 Prozent |
| 5 | Hoher Verlauf mit anhaltend hohen Werten | 6 Prozent |
Erschreckend: Probanden mit einem „hohen Verlauf“ zeigten eine 88 Prozent höhere Gefahrenrate, innerhalb von zehn Jahren zu sterben, als Teilnehmer mit einem „niedrigen“ Verlauf. Langzeit-Trauernde nahmen darüber hinaus mehr Gesundheitsdienste in Anspruch.
Langzeit-Trauernde nehmen eher Antidepressiva oder erhalten Therapie
Die Wahrscheinlichkeit, eine Gesprächstherapie oder psychiatrische Dienste zu erhalten, war bei Langzeit-Trauernden um 186 Prozent höher. Die Wahrscheinlichkeit, Antidepressiva verschrieben zu bekommen, lag bei den Langzeit-Trauernden sogar um 463 Prozent höher als bei den Probanden mit niedrigem Trauerverlauf. Lesen Sie hier auch, welches die fünf häufigsten Fehler und Irrtümer im Umgang mit Trauer sind.