Fünf Kinderbücher zum Thema Tod, Sterben und Trauerbewältigung

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Ob es der Tod eines geliebten Haustiers ist oder der der Großeltern: Wenn Kinder zum ersten Mal mit dem Thema Sterben in Berührung kommen, stellen sie sich viele Fragen. Warum kommt Opa nicht mehr wieder? Was passiert mit dem Körper eines Verstorbenen? Werde auch ich irgendwann sterben? Die Unsicherheit betrifft nicht nur die jungen Menschen. Auch viele Eltern stehen vor der Herausforderung, den Verlust zu erklären.
Die fünf hier vorgestellten Kinderbücher setzen genau an diesem Punkt an. Sie nähern sich dem Thema Tod auf unterschiedliche Weise – mal sensibel, mal mit einer Prise Humor – und schaffen kindgerechte Zugänge zu einem schwierigen, oft tabuisierten Lebensbereich.
1. Leben ohne Mama Maus
Das Kinderbuch „Leben ohne Mama Maus“ widmet sich dem Suizid eines Elternteils. In drei Teilen begleitet es Kinder und Erwachsene durch eine der schwersten Erfahrungen im Leben. Zu Beginn erzählt die Geschichte von der Familie Maus – davon, wie Mama Maus an der „Dunklewolken-Krankheit“, einer Depression, erkrankt und schließlich keinen anderen Ausweg mehr sieht, als ihrem Leben ein Ende zu setzen. Im zweiten Teil wendet sich das betroffene Mäusekind direkt an die jungen Leser. Offen und ehrlich teilt es seine Gefühle, seine Trauer und den Schmerz – und zeigt dabei, dass niemand mit solchen Gedanken allein ist. Der dritte Teil richtet sich an Erwachsene: Mit ausgewählten Informationen aus Trauerbegleitung und Traumatherapie bietet er wertvolle Unterstützung für den Umgang mit kindlicher Trauer.
2. Und was kommt dann?
In ihrem Buch „Und was kommt dann?“ nähert sich Pernilla Stalfelt dem Thema Tod auf eine ebenso ungewöhnliche wie kindgerechte Art. Sie beginnt damit, zu erklären, wer alles sterben muss – von Blumen und Marienkäfern bis hin zu Erwin und Klein-Bobo. Dabei erfährt man zum Beispiel, dass Fische auch nach dem Tod die Augen offen haben. Stalfelt lässt Raum für Gedanken darüber, was nach dem Tod geschehen könnte. Gleichzeitig beschreibt sie ganz konkret, dass Verstorbene „in einen Sarg mit Deckel gelegt“ werden, der in der Kirche vorne steht. Auch Rituale und Bräuche finden ihren Platz: etwa die fröhlichen Friedhofsfeste in Mexiko oder Grabbeigaben aus früheren Zeiten. Obwohl das Buch ein ernstes Thema behandelt, gelingt es durch seinen Aufbau und die lebendigen Illustrationen, auch Leichtigkeit und Neugier zu wecken – und so ein Tabu kindgerecht aufzubrechen.
3. Wo gehst du hin, Opa?
Mit farbenfrohen und detailreichen Illustrationen bringt „Wo gehst du hin, Opa?“ Kindern das Thema Sterben näher. In der Geschichte ist Emmis Opa schwer krank. Sie beginnt sich zu fragen, wohin er wohl gehen wird. Auf den 32 Seiten des liebevoll gestalteten Bilderbuchs teilt er mit der Enkelin seine Vorstellungen darüber, wohin seine Reise nach dem Tod führen könnte: in einen paradiesischen Garten, ins weite Weltall oder an einen Ort, an dem sich alle Verstorbenen wieder begegnen.
4 . Wieso, weshalb, warum? Abschied, Tod und Trauer
Dieses Sachbuch aus der bekannten Ravensburger-Reihe vermittelt fachlich fundiertes Wissen auf verständliche und kindgerechte Weise. Es greift Fragen auf wie: Was ist ein Hospiz? Was geschieht bei einer Einäscherung? Und wie nehmen Menschen in verschiedenen Kulturen und Religionen Abschied von ihren Verstorbenen? Neben diesen sachlichen Aspekten werden auch emotionale und zwischenmenschliche Themen behandelt – etwa, welche Gefühle im Trauerprozess auftreten können und wie unterschiedlich Menschen mit Verlust umgehen. Besonders hervorzuheben ist der interaktive Aufbau des Buches: Durch zahlreiche Klappen werden die Inhalte nicht nur anschaulich erklärt, sondern auch spielerisch erfahrbar gemacht.
5. Leni und die Trauerpfützen
Dieses liebevoll gestaltete Bilderbuch begleitet Kinder behutsam durch die Gefühle der Trauer. Mit ehrlichen Worten und lebendigen Illustrationen zeigt es, dass alle Empfindungen erlaubt sind – und dass es in Ordnung ist, tief in den Schmerz einzutauchen, solange man weiß, dass man auch wieder auftauchen darf. Ein tröstlicher Begleiter für kleine Herzen in schweren Zeiten. Als Lenis geliebter Hund stirbt, steht ihre Welt Kopf. Der leere Platz im Körbchen wird zum Symbol für den Verlust. Leni ist traurig, wütend und hilflos. Mal will sie lachen und spielen, dann wieder nur weinen oder allein sein. Ihre Gefühle wechseln so schnell, dass sie sich selbst kaum darin zurechtfindet.